02 – Kaiser, Keipen und Kohorten

Von Bad Homburg zur Saalburg

Kaiser Wilhelm II. war ein großer Homburg-Freund – und hat Spuren in der Umgebung hinterlassen. Ausgrabung und Rekonstruktion der Saalburg ist gewissermaßen sein Werk, er hat aber auch noch eine weitere prominente Landschaftsmarke in den Taunus gesetzt – und die lernen wir heute kennen…

3 Einkehrmöglichkeiten unterwegs. Detaillierte Wegbeschreibung, Karte, Höhenprofil und Hintergrundinfos im Buch . Foto: bristley.

Am Wege:

Römerkastell Saalburg informative Seite des Saalburgmuseums, auch über den Limes . Weitere Informationen s. Tour 3 .

Kleiner Tannenwald – Landgräfliche Gartenlandschaft Bad Homburg.

Neue Goethe-Gedenktafel am Gotischen Haus.

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Bad Homburg

Den Namen Homburgs in alle Welt getragen hat ein Prinz, eine Spielbank und ein Hut:

„Prinz Friedrich von Hessen-Homburg, dies sei voraus bemerkt, war vorallem nicht der , als der er uns in dem H. von Kleistschen Schauspiel entgegentritt.“ Mit diesen Worten leitet Theodor Fontane das Kapitel über den Prinzen in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ ein. Das kleistsche Schauspiel hat nämlich einen schwachen Schwärmer als „Prinz von Homburg “ im Gedächtnis der Nachwelt verankert – der echte war dagegen ein willensstarker Kavalleriegeneral. Prinz Friedrich von Homburg hatte großen Anteil an der „Geburtsstunde Preußens“ in der siegreichen Schweden-Schlacht bei Fehrbellin (18. Juni 1675). Er mag etwas eigenmächtig gehandelt haben, zog sich den – milden – Tadel des Großen Kurfürsten zu, aber kein Kriegsgericht.

„Meine Engelsdicke“ – herrlich barock lesen sich die Briefe aus dem Felde, die der Prinz von Homburg seiner Gemahlin schrieb. Diese Briefe – zwei sind bei Fontane nachzulesen – geben zugleich ein anschauliches Bild vom Kriegshandwerk jener Zeit aus Sicht eines Generals.

1679 wurde Friedrich Landgraf von Hessen-Homburg, das Schloß ist sein Werk. Um die Kosten einer gesteigerten Hofhaltung zu decken, suchte Friedrich II. sein Ländchen, nicht viel mehr als die Homburger Gegend, wirtschaftlich zu entwickeln. So ließ er im heutigen Kurpark Gradierwerke zur Salzgewinnung anlegen und siedelte französische Glaubensflüchtlinge zur Hebung von Handel und Gewerbe in der Umgebung an.

Die Salzquellen hatten schon die Römer genutzt, ihre Heilwirkung wurde aber erst hundert Jahre nach Friedrich erkannt. Richtigen Aufschwung als Modebad nahm Homburg dann, als 1841 die Spielbank eröffnet wurde – und die Badeärzte klagten, das Amüsement gehe in Homburg über die Gesundheit, was freilich den Ruf als Modebad eher stärkte… 1866 fiel den puritanischen Preußen das Erbe ihres einstigen Geburtshelfers zu – und sie verboten das Glücksspiel! Die Pächter wurden übrigens in einem Fürstentum unter mediterraner Sonne mit offenen Armen aufgenommen, weswegen sich die heutige Homburger Spielbank (seit 1949) gern „Mutter von Monte Carlo“ nennt – und die Ralley Monte Carlo alljährlich hier startet.

Die Preußen formten das „Spielbad“ in ein echtes „Heilbad“ um, in dem die Ärzte wieder den Ton angaben, und der Kaiser. Kern dieser neuen Zweckbestimmung war der Bau des Kaiser-Wilhelm-Bades 1887-1890. Bei Baubeginn herrschte noch der alte Wilhelm I., bei Fertigstellung schon sein Enkel Wilhelm II., der herrliche Kindheitssommer in Homburg verlebt hatte. Die Gunst des Kaiserhauses beförderte den neuen Aufschwung enorm, die gekrönten Häupter Europas gaben sich am Taunus die Ehre, Wilhelm griff aber auch in die Gestaltung der Gegend ein und ließ auf dem Paß über der Stadt die Saalburg wieder aufbauen.

Der „Homburger“ ist übrigens keine Pickelhaube, sondern ein weicher Filzhut mit leicht nach oben gebogener Krempe, den sich der Prince of Wales und spätere König Edward VII. während einer Sommerfrische nach eigenem Entwurf fertigen ließ – der rasch modebewußte Nachahmer fand.

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