Tour 22: Zerstörter Steg am Wisperwanderweg

Bei einer Überprüfung von Tour 22 „Stille Wispertaunustäler“ gab es gleich zu Beginn eine Überraschung:

300 m nach dem Start am Wanderparkplatz „Kleine Wisper“ führt(e) der Wisperwanderweg von der Straße weg über einen Holzsteg auf die andere Talseite. Überraschung: Der Steg ist offenbar schon seit 1-2 Jahren zerstört.

Man muß daher etwa 600 m weiter der Straße folgen – an dem genauso maroden ehemaligen Gasthaus Riesenmühle vorbei -, bis kurz nach Einmündung der Fischbachtalstraße ein weiterer Steg auf die andere Talseite führt. Damit ist man wieder auf der beschriebenen Route.

Update 13.11.2012: Vom Rhein-Taunusklub Wiesbaden kam auf Anfrage folgende Mitteilung:

nach Rücksprache mit dem Naturpark Rhein-Taunus ist ein Datum für die Instandsetzung nicht in Sicht.

Die Thematik sei bestens bekannt. Das Bauwerk fällt jedoch nicht in die Zuständigkeit des Naturparks. So habe es immer mal wieder Anläufe des THW Heidenrod gegeben – bislang aber ohne Erfolg.

Die Naturparkverwaltung will das Anliegen weiter verfolgen.

 

Geheimtip: Übernachtung im Rheingauer Berghof (Tour 27)

UPDATE 11. November 2012

Wie bei so vielen Landgasthöfen gilt auch hier: Der Berghof ist Geschichte. Die Betreiber haben aus Altersgründen aufgegeben. Schade. – Damit besteht in Ransel nur noch Ü-Möglichkeit in Ferienwohnung Haus „Monika“ Tel. 06726-9348

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Tour 27 eignet sich wegen ihrer Länge von 25 km als 2-Tage-Wochenendtour. Zur Übernachtung bietet sich dann der „Rheingauer Berghof“ bei Ransel an, eine der schönstgelegenen Unterkünfte des hinteren Rheingaus. Früher pilgerten an schönen Tagen wahre Völkerschaften hier herauf, um von der Terrasse und den Liegewiesen die weite Aussicht zu genießen. Das in die Jahre gekommene Wirtsehepaar hat den Betrieb inzwischen stark reduziert, Übernachtung mit Frühstück ist nach Voranmeldung aber immer noch möglich, auch längerer Aufenthalt in einer Ferienwohnung. Zum Essen kann man in den nahen Dorfgasthof gehen.

Rheingauer Berghof
Taunusstr. 1
65391 Lorch-Ransel

Tel 06726629

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Kleiner Fehler bei Tour 24 – Rheingauer Gebück

Was wäre man ohne aufmerksame Nutzer eines Wanderbuches. Zum einen ändert sich so manches zwischen zwei Auflagen, zum anderen macht man halt nun einfach auch selbst Fehler.

Ein Wanderfreund schrieb mir nun, daß sich bei Tour 24 – Zum Rheingauer Gebück hinter dem Grauen Stein ein Fehler eingeschlichen hat. Es heißt dort nämlich:

„Unten am Wegestern folgen wir dem „R“ des Rheinsteigs auf dem zweiten Weg rechts bergab und marschieren unten dann nach links auf breitem Forstfahrweg bis zum Wegestern Sieben Wegweiser (1 Std.).“

Dieses R meint aber nicht das stilisiertes „R“ auf blauem Grund des Rheinsteigs, sondern das schwarze „R“ des Rheinhöhenweges. Aus der overall-Beschreibung dürfte allerdings klar werden, wo’s langgeht.

Ein Wandertag im Rheingau auf Tour 25

4. Juni 2008 – Gestern bin ich aufgebrochen, um eine Lösung für das „Problem Hallgarter Zange“ zu finden, wie es sich bei Tour 25 stellt. Diese ist ja schon recht lang, so daß sich eine Abkürzung als Lösung anbot. Die Frage war nur, ob der Weg „funktionierte“, den ich mit der Lupe auf der 1:25.000-Karte gesucht hatte.

Es war ein herrlicher Wandertag. Unwetter wie in den Tagen zuvor hätten drohen können, aber die klimatische Situation entwickelte sich eher harmonisch und es war vor allem etwas kühler. Als wir den Wald über den Rebhängen erreichten, übernahm der Harzduft die Regie. Frisch aufgeschichtete Baustämme verstömten ihn und wir (meine Hunde und ich) trafen bald auf jenen zauberhaften Abschnitt, wo die Tour über einen „Miniatur-Rennsteig“ verläuft, einen Pfad auf dem Kamm des Gebirges, von dem der Wald beiderseits abfällt.

Vom Rheinhöhenweg dann galt es, jene Route abseits ausgetrampelter Pfade zu finden, die beim Kartenstudium so vielversprechend erschienen war. Der Abzweig vom markierten Weg mußte penibel beschrieben werden, denn hier war die Situation etwas unübersichtlich, doch dann marschierten wir auf einem wunderschönen Pfad am Rand eines tief eingeschnittenen Bachtals bergab, das im Kleinformat auch von Felsgruppen überragt wird, wie sie für den Taunus so typisch sind. Durch die Weinberge ging es wieder zum Ausgangspunkt zurück, natürlich nicht ohne Stärkung für den letzten Abschnitt der Wanderung in einem zünftigen Weinlokal.

Diese Routenkorrektur wird Eingang in die nächste Auflage finden. Für Nutzer der bisherigen Auflagen des Buches habe ich einen Workaround beschrieben, um schon jetzt die Hallgarter Zange auslassen zu können.

Tour 25 – Workaround, um Hallgarter Zange auszulassen

Wie schon gesagt, bringt es z. Zt. wegen der dauerhaften gastronomischen Misere wenig, die Hallgarter Zange anzusteuern.

Bei Tour 25 können Nutzer des Wanderführers folgende Abkürzung nehmen:

An der ersten großen Wegekreuzung hinter dem Grauen Stein folgen Sie dem rechts bergabführenden „roten Dreieck“ bis 500 m unterhalb der Waldzone. Dort kreuzt der Rieslingpfad, in den Sie nun nach rechts in die gegebene Wegbeschreibung einsteigen.

Die gastronomische Misere auf der Hallgarter Zange

Seit ca. 2003 besteht die Einkehrmöglichkeit auf der Hallgarter Zange nicht mehr (Tour 24, Tour 25). Alle Versuche, wieder einen fähigen Pächter zu finden, sind fehlgeschlagen. Es ist, als ob ein Fluch auf dem Ort liegen würde. Dabei handelt es sich um den prominentesten Gipfel des Rheingau-Taunus, von dem man einen wunderbaren Blick auf die Landschaft zu Füßen hat. Zwar kann man den immer noch genießen, aber die Jause muß man selber mitgebracht haben. Es war immer ein schönes Erlebnis, allein oder mit einer Gruppe hier einzukehren.

Nachdem mir nun vor Ort versichert wurde, daß Abhilfe nicht in Sicht ist, habe ich für das Design zunächst von Tour 25 eine andere Lösung erkundet. Bei dieser Tour war ja die Dramaturgie ganz auf den Zielpunkt Hallgarter Zange ausgerichtet, jetzt wurden die Gewichte etwas anders gelegt.

Da Änderungen erst in die nächste Auflage Eingang finden können, hier ein Workaround, mit dessen Hilfe Nutzer des Buches schon jetzt die Hallgarter Zange auslassen können.

26 – Von Assmannshausen zum Niederwalddenkmal

Die Wacht am Wein bei Rüdesheim

Vom rotweinseligen Assmanshausen geht es beschwingt durch die Weinberge hinauf auf die bewaldeten Rheintaunushöhen, von denen wir dann im großen Bogen wieder zu Vater Rhein zurückkehren – und unterwegs zweier höchst unterschiedlicher Frauengestalten gedenken, deren Namen mit dieser Landschaft untrennbar verbunden ist – Germania und Hildegard.

2 Einkehrmöglichkeiten unterwegs. Detaillierte Wegbeschreibung, Karte, Höhenprofil und Hintergrundinfos im Buch.

Album der Tour | kleine Änderung der Route & Korrektur des Buchtextes

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Niederwald-Denkmal

Im September 1883 weihte Kaiser Wilhelm I. dieses pompöse Nationaldenkmal ein, das an den Sieg über Frankreich im Krieg von 1870/71 und die danach erfolgte Reichgründung erinnern sollte. Auf dem Sockelrelief sind die Hauptbeteiligten dargestellt: Der Kaiser hoch zu Roß, daneben Bismarck, der Motor der Neugründung des deutschen Reiches sowie die Fürsten der unter Preußens Führung vereinigten Teilstaaten. Darunter prangen die heroischen Verse der „Wacht am Rhein“ mit der bekannten Zeile: „Lieb Vaterland magst ruhig sein, fest steht und treu die Wacht am Rhein“.

Beunruhigt hatte das Denkmal nach dem Zweiten Weltkrieg natürlich die französischen Besatzer auf der anderen Rheinseite. „Der Germane“ recke drohend „seine erhobene Faust gen Frankreich“, beklagten sie sich bei ihren US-Kollegen und forderten den Abriß des Denkmals. Die schauten sich die Sache genauer an und kamen zu dem Schluß: Erstens handele es sich um eine Dame, wogegen die Franzosen ja wohl nichts einzuwenden haben dürften, zweitens halte sie das Schwert gesenkt, und drittens blicke sie nicht gen Paris, sondern nach Süden, mehr auf Mainz zu. Im Übrigen habe sie einen Friedensengel zur Seite. Die Germania durfte stehenbleiben – sehr zur Freude der Legionen amerikanischer Touristen, die bald an den Rhein strömten…

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Abtei St. Hildegard

Der etwas düster wirkende Klosterkomplex wurde in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts erbaut und knüpft an eine der Lichtgestalten des „finsteren“ Mittelalters an, die hl. Hildegard von Bingen (1098-1179), die in dieser Landschaft beiderseits des Rheins vor 850 Jahren wirkte: 1165 hatte sie im etwas unterhalb gelegenen Dorf Eibingen eine Filiale ihres Klosters Rupertsberg (Bingen) gegründet, von wo auch – fast 500 Jahre später – während der Wirren des 30jährigen Krieges ihre Gebeine in die Eibinger Pfarrkirche überführt wurden, wo die Reliquien der – nie offiziell heilig gesprochenen! – Heiligen bis heute verehrt werden.

Die Abteikirche ist ein förmliches Sinnbild für die Innerlichkeit des religiösen Erlebens. Ähnlich, wie die hl. Hildegard sich nach Außen nichts von ihren Visionen anmerken ließ, gibt das im Stil einer romanischen Basilika erbaute Gotteshaus sein Geheimnis erst preis, wenn man den Innenraum betritt. Dann zieht den Besucher eine geheimnisvolle Bildwelt in ihren Bann, deren Bezugspunkt der monumentale „Christos Pantokrator“ in der Apsiskuppel ist. Der dem byzantinischen Motivkanon nachempfundene „Allherrscher“ breitet hier einladend die Arme aus und seinem milden Blick vermag sich niemand im Raum zu entziehen, ein Effekt der Kuppelwölbung.

Entziehen kann man sich auch nicht der friedvollen Seelenstimmung, die von der gedämpften Farbigkeit der Raumausmalung ausgeht und die sich noch vertieft beim Betrachten der eigentümlichen Wandgemälde: Szenen aus Altem und Neuem Testament, aus dem Leben der Hl. Hildegard, bedeutende Heilige des Benediktinerordens – alle Gestalten atmen tiefe Ruhe und Frieden, wirken der Welt weit entrückt, alles Bewegte scheint zum Stillstand gekommen, alle Individualität im Überpersönlichen aufgegangen. Diese streng stilisierende Bildgestaltung im Dienste frommer Betrachtung ist ein Wesensmerkmal der „Beuroner Kunstschule“ , aus deren Schaffen die Abtei St. Hildegard als eine der gelungensten Gesamtkompositionen hervorging.

Von der benediktinischen Erzabtei Beuron im oberen Donautal ging im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts eine Erneuerungsbewegung sakraler Kunst aus, deren Ziel es war, sowohl dem Realismus wie dem „l´art pour l´art“-Prinzip der weltlichen Kunst eine „l´art pour Dieu“ entgegenzusetzen, eine „Kunst um Gottes willen“, die sich zugleich vom zeitgenössischen Herz-Jesulein-Kitsch dadurch abheben sollte, daß ihre Bildwelt mehr das Gedanken- als das Gefühlsleben ansprach. Pater Desiderius Lenz (1832-1928), der Begründer der Beuroner Schule, leitete seine Kunst insbesondere von ägyptischen Vorbildern mit ihrer streng reglementierten Formensprache ab.

Geht man vor zum Altarraum und hebt den Blick zur Chorkuppel hinauf, so erkennt man in der Ornamentik noch einen weiteren, diesmal modernen Einfluß auf die Beuroner Kunstschule, den Jugendstil, dem ja auch die typisierende Darstellung eigentümlich war und in dessen Nähe sich die Beuroner Schule einordnen läßt.

Die Innenausmalung der Abteikirche (1907-1913) war das Hauptwerk des Lenz-Schülers Pater Paulus Krebs, dem es mit den Mitteln seiner „Heiligen Kunst“ gelang, eine zur „Andacht“ einladende Atmosphäre zu schaffen in bewußtem Gegensatz zu zeitgenössischen Kunstströmungen wie dem aufkommenden Expressionismus.