11 – Die Nassauische Schweiz

Von Eppstein in den zerklüfteten Vordertaunus

Die Nassauische Schweiz steckt wirklich voller Kontraste, was sich auch im Auf und Ab ausdrückt.

2 Einkehrmöglichkeiten unterwegs. Detaillierte Wegbeschreibung, Karte, Höhenprofil und Hintergrundinfos im Buch.

*

Anmerkung 2008: Luisentempel verschwunden.

Foto: Stefan Etzel

*

Eppstein

Der Aufschwung des am Schnittpunkt enger Felsentäler gelegenen Städtchens begann 1878 mit der Inbetriebnahme der Eisenbahnlinie Frankfurt-Höchst-Limburg. Nicht nur, daß die Hinterwäldler nun zur Arbeit in die Großstadt pendeln konnten (bzw. Farbwerke Höchst), auch die feine Gesellschaft pendelte – in umgekehrter Richtung freilich, zum Weekend und zur Sommerfrische. Eppstein wurde ein beliebter Villenort für wohlhabende Frankfurter, die plötzlich in kaum einer Stunde in der Nassauischen Schweiz waren.

Enge Beziehung zu den Mainlanden bestand freilich schon viel früher, denn die Herren von Eppstein stammten aus Hainhausen im Rodgau (zwischen Heusenstamm und Seligenstadt) und standen in Diensten des Mainzer Erzbistums. 1188 wurden sie mit der Burg Eppstein belehnt, um den wichtigen Taunusübergang Richtung Limburg zu sichern. Das folgende 13. Jahrhundert war die große Zeit der Eppsteiner, als sie vier der fünf Mainzer Erzbischöfe stellten und dadurch kräftig in der Reichspolitik mitmischen konnten – denn der Erzbischof von Mainz war zugleich Erzkanzler des Reiches. Danach begann der Stern der Eppsteiner zu sinken, 1535 starb das Geschlecht aus. Teile der Burg wurden später abgerissen, durch die Restaurierung von 1970-72 erhielt die Ruine ihre heutige Gestalt und ist Sitz des Stadt- und Burgmuseums.