Tour 7: Neuer Start des Grenzsteinwanderweges am Sandplacken

Der Start des „Siegfried-Rumbler-Wegs“ (Grenzsteinwanderweg, Tour 7) auf dem Sandplacken wurde seit der letzten Begehung verlegt, um den Einstieg zu erleichtern. Man geht nun vom Parkplatz bei der Gaststätte “Tannenheim” einfach rund 200 m in Richtung Oberursel neben der Straße und dann links bergab. Korrektur ist für die nächste Auflage vorgemerkt.

Hessenpark (Tour 4) – Jahresprogramm 2009

Im zentralen hessischen Freilichtmuseum, dem Hessenpark bei Neu-Anspach (Tour 4), finden auch in diesem Jahr wieder viele interessante Veranstaltungen statt.

Mit aktuellem Bezug und zugleich pünktlich zum 80-jährigen der Weltwirtschaftskrise von 1929 sollen an vier Sonntagen dieses Jahres die vier Jahreszeiten Revue passieren und dabei Einblicke in das Leben vor achtzig Jahren gewähren. „Leben und Arbeiten und Krisenzeiten“ lautet der Titel dieser Veranstaltungsreihe, bei der Schauspielerinnen und Schauspieler die Häuser, Straßen und Felder des Hessenparks beleben. Auftakt der „Vierjahreszeiten“ ist am 1. März, wenn das Winterleben in einem hessischen Dorf anschaulich gemacht werden soll. Im Mai folgt der Frühling mit einer Hochzeit in dem hessischen Dorf „Nirgendwo“ (warum eigentlich nicht „Irgendwo“?) und so weiter im Jahreslauf.

Darüber hinaus wird an Ostern, Pfingsten oder Erntedank altes Brauchtum lebendig, traditionell großer Beliebtheit erfreut sich der Pflanzenmarkt, der Kunsthandwerker- und Töpfermarkt und das Gastspiel der Hanauer Märchenfestspiele.

Das komplette Jahresprogramm ist unter www.hessenpark.de einzusehen.

Ein Wandertag im Rheingau auf Tour 25

4. Juni 2008 – Gestern bin ich aufgebrochen, um eine Lösung für das „Problem Hallgarter Zange“ zu finden, wie es sich bei Tour 25 stellt. Diese ist ja schon recht lang, so daß sich eine Abkürzung als Lösung anbot. Die Frage war nur, ob der Weg „funktionierte“, den ich mit der Lupe auf der 1:25.000-Karte gesucht hatte.

Es war ein herrlicher Wandertag. Unwetter wie in den Tagen zuvor hätten drohen können, aber die klimatische Situation entwickelte sich eher harmonisch und es war vor allem etwas kühler. Als wir den Wald über den Rebhängen erreichten, übernahm der Harzduft die Regie. Frisch aufgeschichtete Baustämme verstömten ihn und wir (meine Hunde und ich) trafen bald auf jenen zauberhaften Abschnitt, wo die Tour über einen „Miniatur-Rennsteig“ verläuft, einen Pfad auf dem Kamm des Gebirges, von dem der Wald beiderseits abfällt.

Vom Rheinhöhenweg dann galt es, jene Route abseits ausgetrampelter Pfade zu finden, die beim Kartenstudium so vielversprechend erschienen war. Der Abzweig vom markierten Weg mußte penibel beschrieben werden, denn hier war die Situation etwas unübersichtlich, doch dann marschierten wir auf einem wunderschönen Pfad am Rand eines tief eingeschnittenen Bachtals bergab, das im Kleinformat auch von Felsgruppen überragt wird, wie sie für den Taunus so typisch sind. Durch die Weinberge ging es wieder zum Ausgangspunkt zurück, natürlich nicht ohne Stärkung für den letzten Abschnitt der Wanderung in einem zünftigen Weinlokal.

Diese Routenkorrektur wird Eingang in die nächste Auflage finden. Für Nutzer der bisherigen Auflagen des Buches habe ich einen Workaround beschrieben, um schon jetzt die Hallgarter Zange auslassen zu können.

35 – Zur Kapersburg

Taunusgeheimnisse abseits des "main stream"

Wer auf einer einzigen Wanderung eine Art "Taunus en miniature" kennenlernen will, kommt hier ziemlich auf seine Kosten: Auf dem Limes erst steil bergan zu einem rekonstruierten Römerturm, dann ein abgelegenes Gasthaus, dann ein Felsengipfel. Dann hinab zu einem im Walde versteckten Römerkastell, unterwegs ein stiller Rastplatz mit Ausblick, parkartige Offenlandschaft, ein uralter Kultplatz – und all das auf einer einzigen Tour…

Eine Einkehrmöglichkeit unterwegs. Detaillierte Wegbeschreibung, Karte, Höhenprofil und Hintergrundinfos im Buch .

Foto: wiki.commons

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Kapersburg

Das Numeruskastell (150 Mann Besatzung) war der nordöstliche  Flankenschutz des 7 km entfernten Kohortenkastells Saalburg (500 Mann; Touren 1 |2 |3 |4 ), so,  wie das Feldbergkastell (Tour 13 ) die Limesfortsetzung in südwestliche Richtung deckte. Seiner abgeschiedenen Lage verdankt sich der gute Erhaltungszustand.

Infos: taunus-wetterau-limes (auch: Foto) | Wikipedia

25 – Der Rheingau bei Schloß Johannisberg

Die Wälder, die die Weine schützen

Der bewaldete Taunuskamm ist gewissermaßen der "Pelzkragen", der die empfindlichen Rebstöcke des Rheingaus vor den Nordwinden schützt. Dort hinauf führt diese Wanderung, die zeigt, daß auch hier im Westen des Hauptkamms jene Quarzitklippen zu finden sind, wie man sie von den frankfurtnahen Taunushöhen kennt.

2 Einkehrmöglichkeiten unterwegs. Detaillierte Wegbeschreibung, Karte, Höhenprofil und Hintergrundinfos im Buch .

Foto: Stefan Etzel | Album der Tour

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Schloß Johannisberg

"Ein gutes Mittel gegen Ärger ist stets ein Glas Johannisberger!" Dieser volksmedizinale Ratschlag mag den sich wie andere gern ärgernden Heinrich Heine zu dem Ausspruch bewogen haben: "Mon dieu, wenn ich doch soviel Glauben in mir hätte, daß ich Berge versetzen könnte, der Johannisberg wäre just derjenige Berg, den ich mir überall nachkommen ließe".

Der Ruf des Johannisberges als Olymp der Weinseligen ist ein uralter. Kaiser Karl höchstpersönlich soll das vinologische Potential dieser Südhanglage erkannt haben, als er von der Ingelheimer Pfalz über den Rhein schaute, um zu sehen wo der Schnee im Rheingau wohl zuerst schmölze – und dort dann Rebstöcke pflanzen ließ. Das war am heutigen Johannisberg, der diesen Namen freilich erst 300 Jahre später erhielt, als die Benediktiner auf ihm das erste Kloster im Rheingau errichteten und ihre Basilika 1130 Johannes dem Täufer weihten – ohne nun gleich Wasser statt Wein predigen zu wollen…

Richtigen Aufschwung zum "berühmtesten Weingut am Rhein" nahm der Johannisberg aber erst, nachdem die Fürstabtei Fulda 1716 das mittlerweile aufgelöste und verfallene Kloster "mit schweren Geldes Kösten" gekauft und statt des früher angebauten Spätburgunders konsequent auf Riesling umgestellt hatte, mit dem noch heute 80% der Rheingauer Rebfläche bestockt ist. Krönung war dann die Entdeckung der Spätlese, die den Johannisberg endgültig unsterblich machte.

Und Fürst Metternich, dessen Konterfei heute in jedem Supermarkt auf Rheingauer Sektflaschen prangt? Der hatte Johannisberg ob seiner "besonderen Verdienste um die Leitung des Wiener Kongresses 1814/15" vom österreichischen Kaiser geschenkt bekommen, dem in dem großen Gebietsschacher dieser vormalige Besitz des Klosters Fulda zugefallen war. Die "Verdienste" werden von den ehrfurchtsvollen Heimatforschern freilich aus gutem Grunde verschwiegen: Das "System Metternich" sicherte nämlich gegen den Volkswillen noch einmal auf Jahrzehnte die Fürstenherrschaft und bekämpfte jeden nationalen, liberalen oder gar revolutionären Ton mit polizeistaatlichen Mitteln. Eines der Opfer war übrigens der freche Heine, den Metternich beim Papst anschwärzte, woraufhin die Schriften des fidelen Rheinländers auf dem Index landeten – einige davon bis 1967…

23 – Wir schlängeln übern scharfen Stein

Von Kiedrich nach Kloster Eberbach

Von Kriegen und Feuersbrünsten verschont, präsentiert sich Kiedrich heute als "Schatzkästlein der Gotik" im Rheingau. Dort beginnt unsere Tour. Nach der Besichtigung des gotischen Kirchenbezirks mit der berühmten Kiedricher Madonna steigen wir hinauf zur Ruine der Burg Scharfenstein, von der wir durch stille Taunuswälder hinüber zu einer weiteren Perle des Rheingaus wandern: Kloster Eberbach, berühmt nicht nur ob seiner edlen Weine.

1 Einkehrmöglichkeit unterwegs. Detaillierte Wegbeschreibung, Karte, Höhenprofil und Hintergrundinfos im Buch .

Foto: Stefan Etzel

Kloster Eberbach

Wir betreten die Anlage durch das barocke Klosterportal, die letzte Baulichkeit (1774), die dem schon längst nicht mehr in allen Teilen zisterziensisch-schlichten Komplex vor der Aufhebung des Klosters im Jahre 1803 angefügt wurde. Mit seinen eindrucksvollen Bauten aus dem 12. bis 14. Jahrhundert ist Eberbach gleichwohl eines der besterhaltenen Beispiele eines hochmittelalterlichen Reformklosters in Deutschland, weswegen es auch Kulisse des Films "Im Namen der Rose" (1986) war. Der Phantasie werden hier auf Schritt und Tritt Türen und Tore in die Vergangenheit geöffnet. Ein Rundgang vermittelt unvergessliche Eindrücke, als da u.a. sind:

– die Klosterkirche , aus deren figürlichen Grabmälern uns förmlich der Mensch des Mittelalters entgegentritt;

der Kreuzgang ,

– der Schlafsaal der Mönche , eine der ,,wirkungsvollsten mittelalterlichen Raumschöpfungen in Europa";

– das Laienrefektorium . In dem rund 800 Jahre alten Saal sind heute die historischen Kelterpressen aufgestellt (älteste 1668) und zeugen von der hier seit den Anfängen gepflegten Weinkultur.

Das Keltern-Museum macht die enorme wirtschaftliche Bedeutung des 1131 gegründeten Klosters deutlich, das spätestens um 1500 einer der größten Weinproduzenten seiner Zeit war! Der Edle Stoff wurde auf klostereigenen Schiffen rheinabwärts nach Köln transportiert, wo die tüchtigen Mönche eine Handelsniederlassung besaßen. Die üppige Lagerhaltung sollte auch eine politische Auswirkung haben, denn 1525 ,,ersoff buchstäblich der Bauernaufstand des Rheingaus" (Marx/Pardey) in dem riesigen Klosterfaß, dessen 40.000 Liter Inhalt den Freiheitsdurst der Bauern freilich noch nicht zu stillen vermochten: Weitere achtzig Fässer gewöhnlichen Kalibers (400 Liter) mußten noch dran glauben sowie ,,alles lebende und geräucherte Vieh und aller käs"‘, wie die Chronik berichtet, bevor wieder Stille in die altehrwürdigen Mauern einzog…

Foto: wiki.commons

 

20 – Taunusgipfel bei Wiesbaden

Von der Autobahn auf die Taunusberge

Runter von der Autobahn, Wanderstiefel schnüren und los? Kein Problem bei dieser Klassetour, die gleich neben der Autobahn Frankfurt-Köln startet und einen schönen Eindruck von den Taunuswäldern nördlich Wiesbadens bietet inklusive eines prachtvollen Blicks über den westlichen Hochtaunus und das Vorland bis Mainz.

3 Einkehrmöglichkeiten unterwegs. Detaillierte Wegbeschreibung, Karte, Höhenprofil und Hintergrundinfos im Buch .

Foto: DerSIGGY

03 – Als die Römer frech geworden…

Der Limes bei der Saalburg

Vom bekanntesten Römerkastell Deutschlands aus erkunden wir ein längeres Stück des Limes, bevor wir „über Berg und Tal“ ein Ausflugslokal erreichen, von dessen Terrasse sich bei „Handkäs‘ und Mussick“ die prächtige Aussicht genießen läßt.

2 Einkehrmöglichkeiten unterwegs. Detaillierte Wegbeschreibung, Karte, Höhenprofil und Hintergrundinfos im Buch .

Foto: freda

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Saalburg

Die Saalburg war das für den Hochtaunus-Limes zuständige Hauptkastell. Seine Geschichte begann gleich zu Beginn des Limesbaus um 83 n. Chr. und hielt dann Schritt mit dessen vier Ausbaustufen: Als permanetes Truppenlager zur Sperrung des Saalburgpasses wurden zunächst zwei kleinere Erdschanzen angelegt, deren Reste noch heute 70 m östlich der Saalburg zu erkennen sind (Anfang Tour 4 ). Schon um 90 n. Chr. richtete man sich dann aber auf Dauer in einem kleinen Holzkastell (80 x 84 m) ein, das wohl für einen Numerus angelegt war (150 Mann). Es lag ungefähr in der Mitte des späteren Steinkastells (147 x 221 m) und wurde bei dessen Anlage um 135 nach Aufrichtung der Mauern eingeebnet, als eine Kohorte (500 Mann) auf den Saalburgpaß verlegt wurde. Im friedlichen 2. Jahrhundert entstand neben der Saalburg ein Kastelldorf, das nach dem katastrophalen Alamanneneinfall von 233 nicht wieder aufgebaut wurde. In ihrer Blütezeit dürfte die Saalburg mit Dorf bis zu 2.000 Einwohner gehabt haben! Der Niedergang der rechtsrheinischen Besitzungen war nicht aufzuhalten, spätestens 260 gaben die Römer mit dem Limes auch die Saalburg auf.

Was wir heute sehen, ist das einzige vollständig wiederaufgebaute Kastell am gesamten Limes. Überdauert hatten die Zeitläufte nur Grundmauern. Die aufwendige Rekonstruktion veranlasste 1897 Kaiser Wilhelm II., der schon als Knabe bei den Bad Homburger Sommerfrischen der Familie von den Ausgrabungen des Römerkastells fasziniert war, die seit etwa 1870 systematisch betrieben wurden. Sein Verdienst war die Forderung eines möglichst originalgetreuen Wiederaufbaus. Es wurden daher ähnliche, aber besser erhaltene Kastelle zum Vergleich herangezogen (insbesondere Lambaesis, Algerien), so daß die Annäherung an das Original ein hohes Maß an Wahrscheinlichkeit erlangt haben dürfte – auf dem Stand des damaligen Wissens. Heute weiß man, daß die Außenmauern der Römerkastelle leuchtend weiß verputzt waren mit roten Linien entlang der Mauerfugen (Beispiel an Südostecke). Außerdem war das Innere nicht so weitläufig, sondern mit Holzbaracken dicht bebaut.

Römerkastell Saalburg informative Seite des Saalburgmuseums; Limes | Jupitersäule

Taunus-Wetterau-Limes – großartige Seite mit vielen Abbildungen, die das einstige Leben am Limes anschaulich machen.

Im Saalburg-Museum kann man zahlreiche Grabungsfunde betrachten, die einen schönen Einblick in die Gebrauchsgegenstände der Zeit geben, daneben u.a. rekonstuierte Wehrtechnik (Katapulte mit Seilfedern). Vor dem Kastell liegen die Grundmauern der Badeanstalt und des benachbarten Gästehauses.

02 – Kaiser, Keipen und Kohorten

Von Bad Homburg zur Saalburg

Kaiser Wilhelm II. war ein großer Homburg-Freund – und hat Spuren in der Umgebung hinterlassen. Ausgrabung und Rekonstruktion der Saalburg ist gewissermaßen sein Werk, er hat aber auch noch eine weitere prominente Landschaftsmarke in den Taunus gesetzt – und die lernen wir heute kennen…

3 Einkehrmöglichkeiten unterwegs. Detaillierte Wegbeschreibung, Karte, Höhenprofil und Hintergrundinfos im Buch . Foto: bristley.

Am Wege:

Römerkastell Saalburg informative Seite des Saalburgmuseums, auch über den Limes . Weitere Informationen s. Tour 3 .

Kleiner Tannenwald – Landgräfliche Gartenlandschaft Bad Homburg.

Neue Goethe-Gedenktafel am Gotischen Haus.

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Bad Homburg

Den Namen Homburgs in alle Welt getragen hat ein Prinz, eine Spielbank und ein Hut:

„Prinz Friedrich von Hessen-Homburg, dies sei voraus bemerkt, war vorallem nicht der , als der er uns in dem H. von Kleistschen Schauspiel entgegentritt.“ Mit diesen Worten leitet Theodor Fontane das Kapitel über den Prinzen in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ ein. Das kleistsche Schauspiel hat nämlich einen schwachen Schwärmer als „Prinz von Homburg “ im Gedächtnis der Nachwelt verankert – der echte war dagegen ein willensstarker Kavalleriegeneral. Prinz Friedrich von Homburg hatte großen Anteil an der „Geburtsstunde Preußens“ in der siegreichen Schweden-Schlacht bei Fehrbellin (18. Juni 1675). Er mag etwas eigenmächtig gehandelt haben, zog sich den – milden – Tadel des Großen Kurfürsten zu, aber kein Kriegsgericht.

„Meine Engelsdicke“ – herrlich barock lesen sich die Briefe aus dem Felde, die der Prinz von Homburg seiner Gemahlin schrieb. Diese Briefe – zwei sind bei Fontane nachzulesen – geben zugleich ein anschauliches Bild vom Kriegshandwerk jener Zeit aus Sicht eines Generals.

1679 wurde Friedrich Landgraf von Hessen-Homburg, das Schloß ist sein Werk. Um die Kosten einer gesteigerten Hofhaltung zu decken, suchte Friedrich II. sein Ländchen, nicht viel mehr als die Homburger Gegend, wirtschaftlich zu entwickeln. So ließ er im heutigen Kurpark Gradierwerke zur Salzgewinnung anlegen und siedelte französische Glaubensflüchtlinge zur Hebung von Handel und Gewerbe in der Umgebung an.

Die Salzquellen hatten schon die Römer genutzt, ihre Heilwirkung wurde aber erst hundert Jahre nach Friedrich erkannt. Richtigen Aufschwung als Modebad nahm Homburg dann, als 1841 die Spielbank eröffnet wurde – und die Badeärzte klagten, das Amüsement gehe in Homburg über die Gesundheit, was freilich den Ruf als Modebad eher stärkte… 1866 fiel den puritanischen Preußen das Erbe ihres einstigen Geburtshelfers zu – und sie verboten das Glücksspiel! Die Pächter wurden übrigens in einem Fürstentum unter mediterraner Sonne mit offenen Armen aufgenommen, weswegen sich die heutige Homburger Spielbank (seit 1949) gern „Mutter von Monte Carlo“ nennt – und die Ralley Monte Carlo alljährlich hier startet.

Die Preußen formten das „Spielbad“ in ein echtes „Heilbad“ um, in dem die Ärzte wieder den Ton angaben, und der Kaiser. Kern dieser neuen Zweckbestimmung war der Bau des Kaiser-Wilhelm-Bades 1887-1890. Bei Baubeginn herrschte noch der alte Wilhelm I., bei Fertigstellung schon sein Enkel Wilhelm II., der herrliche Kindheitssommer in Homburg verlebt hatte. Die Gunst des Kaiserhauses beförderte den neuen Aufschwung enorm, die gekrönten Häupter Europas gaben sich am Taunus die Ehre, Wilhelm griff aber auch in die Gestaltung der Gegend ein und ließ auf dem Paß über der Stadt die Saalburg wieder aufbauen.

Der „Homburger“ ist übrigens keine Pickelhaube, sondern ein weicher Filzhut mit leicht nach oben gebogener Krempe, den sich der Prince of Wales und spätere König Edward VII. während einer Sommerfrische nach eigenem Entwurf fertigen ließ – der rasch modebewußte Nachahmer fand.

01 – Der Kern des Gebirges

Von der Saalburg zum Quarzitbruch im Köpperner Tal

Die hell glitzernden Einsprengsel im Taunusgestein haben natürlich ihren Grund – der auf dieser Wanderung anschaulich wird: Der Kern des Gebirges ist nämlich voll weißen Quarzits. Unweit von Bad Homburg liegt er in einem großen Steinbruch zu Tage.

Eine Einkehrmöglichkeit unterwegs. Detaillierte Wegbeschreibung, Karte, Höhenprofil und Hintergrundinfos im Buch .

Fotos: Stefan Etzel


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