Saalburg mit Super-Programm 2009

Wie sah er denn aus, ein römischer Legionär?

Unser Bild von den römischen Legionären ist von den Asterix-Heften oder dem Film „Ben Hur“ geprägt. Wie genau stimmt dieses Bild aber mit der einstigen Wirklichkeit überein? Auf diese und ähnliche Fragen versucht die Sonderausstellung „Generationes – die Soldaten Roms: Bewaffnung und Ausrüstung über vier Jahrhunderte“ Antworten zu geben, die am 25. April 2009 in der Saalburg eröffnet.

Mit diesem Highlight des Jahres wird die unlängst fertiggestellte „Fabrica“ ihrer Bestimmung als Ort für wechselnde Ausstellungen übergeben. Was wir heute Fabrik nennen, leitet sich ja von dem lat. Wort für „fabrizieren“ her, und entsprechend nannten die Römer ein Gebäude, in welchem etwas hergestellt oder bearbeitet wurde eben Fabrica. Zu jedem größeren Römerlager gehörte ein solches Werkstattgebäude, wie es nun auf der Saalburg nach dem akteuellen Stand der Wissenschaft nachgebaut wurde. Hier sind bis Anfang 2010 Originalfunde, szenische Darstellungen und Nachbildungen von Waffen zu sehen. Der Titel „Generationes“ deutet daraufhin, daß es im Laufe der Generationen selbstverständlich Entwicklung und Veränderung in Ausrüstung, Bewaffnung usw. gab.

Die Ausstellung (Programm) wird von einer Reihe von Vorträgen und Veranstaltungen begleitet, wobei auch das 2000-jährige Jubiläum der Varusschlacht manches Thema inspiriert.

Das komplette Jahresprogramm der Saalburg findet sich auf der Website des Saalburgmuseums.

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04 – Einblicke beim Hessenpark

Lernen & Einkehren am Rand des Hintertaunus

Ein Stück rekonstruierter LimesOhne größere Steigungen, nicht allzu lang, dazu immer wieder Pausen: Diese Tour von rund 3 1/2 Std. Gehzeit ist ein prima Einstieg für Anfänger zünftigen Wanderns.

3 Einkehrmöglichkeiten unterwegs. Detaillierte Wegbeschreibung, Karte, Höhenprofil und Hintergrundinfos im Buch.

03 – Als die Römer frech geworden…

Der Limes bei der Saalburg

Vom bekanntesten Römerkastell Deutschlands aus erkunden wir ein längeres Stück des Limes, bevor wir „über Berg und Tal“ ein Ausflugslokal erreichen, von dessen Terrasse sich bei „Handkäs‘ und Mussick“ die prächtige Aussicht genießen läßt.

2 Einkehrmöglichkeiten unterwegs. Detaillierte Wegbeschreibung, Karte, Höhenprofil und Hintergrundinfos im Buch .

Foto: freda

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Saalburg

Die Saalburg war das für den Hochtaunus-Limes zuständige Hauptkastell. Seine Geschichte begann gleich zu Beginn des Limesbaus um 83 n. Chr. und hielt dann Schritt mit dessen vier Ausbaustufen: Als permanetes Truppenlager zur Sperrung des Saalburgpasses wurden zunächst zwei kleinere Erdschanzen angelegt, deren Reste noch heute 70 m östlich der Saalburg zu erkennen sind (Anfang Tour 4 ). Schon um 90 n. Chr. richtete man sich dann aber auf Dauer in einem kleinen Holzkastell (80 x 84 m) ein, das wohl für einen Numerus angelegt war (150 Mann). Es lag ungefähr in der Mitte des späteren Steinkastells (147 x 221 m) und wurde bei dessen Anlage um 135 nach Aufrichtung der Mauern eingeebnet, als eine Kohorte (500 Mann) auf den Saalburgpaß verlegt wurde. Im friedlichen 2. Jahrhundert entstand neben der Saalburg ein Kastelldorf, das nach dem katastrophalen Alamanneneinfall von 233 nicht wieder aufgebaut wurde. In ihrer Blütezeit dürfte die Saalburg mit Dorf bis zu 2.000 Einwohner gehabt haben! Der Niedergang der rechtsrheinischen Besitzungen war nicht aufzuhalten, spätestens 260 gaben die Römer mit dem Limes auch die Saalburg auf.

Was wir heute sehen, ist das einzige vollständig wiederaufgebaute Kastell am gesamten Limes. Überdauert hatten die Zeitläufte nur Grundmauern. Die aufwendige Rekonstruktion veranlasste 1897 Kaiser Wilhelm II., der schon als Knabe bei den Bad Homburger Sommerfrischen der Familie von den Ausgrabungen des Römerkastells fasziniert war, die seit etwa 1870 systematisch betrieben wurden. Sein Verdienst war die Forderung eines möglichst originalgetreuen Wiederaufbaus. Es wurden daher ähnliche, aber besser erhaltene Kastelle zum Vergleich herangezogen (insbesondere Lambaesis, Algerien), so daß die Annäherung an das Original ein hohes Maß an Wahrscheinlichkeit erlangt haben dürfte – auf dem Stand des damaligen Wissens. Heute weiß man, daß die Außenmauern der Römerkastelle leuchtend weiß verputzt waren mit roten Linien entlang der Mauerfugen (Beispiel an Südostecke). Außerdem war das Innere nicht so weitläufig, sondern mit Holzbaracken dicht bebaut.

Römerkastell Saalburg informative Seite des Saalburgmuseums; Limes | Jupitersäule

Taunus-Wetterau-Limes – großartige Seite mit vielen Abbildungen, die das einstige Leben am Limes anschaulich machen.

Im Saalburg-Museum kann man zahlreiche Grabungsfunde betrachten, die einen schönen Einblick in die Gebrauchsgegenstände der Zeit geben, daneben u.a. rekonstuierte Wehrtechnik (Katapulte mit Seilfedern). Vor dem Kastell liegen die Grundmauern der Badeanstalt und des benachbarten Gästehauses.

02 – Kaiser, Keipen und Kohorten

Von Bad Homburg zur Saalburg

Kaiser Wilhelm II. war ein großer Homburg-Freund – und hat Spuren in der Umgebung hinterlassen. Ausgrabung und Rekonstruktion der Saalburg ist gewissermaßen sein Werk, er hat aber auch noch eine weitere prominente Landschaftsmarke in den Taunus gesetzt – und die lernen wir heute kennen…

3 Einkehrmöglichkeiten unterwegs. Detaillierte Wegbeschreibung, Karte, Höhenprofil und Hintergrundinfos im Buch . Foto: bristley.

Am Wege:

Römerkastell Saalburg informative Seite des Saalburgmuseums, auch über den Limes . Weitere Informationen s. Tour 3 .

Kleiner Tannenwald – Landgräfliche Gartenlandschaft Bad Homburg.

Neue Goethe-Gedenktafel am Gotischen Haus.

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Bad Homburg

Den Namen Homburgs in alle Welt getragen hat ein Prinz, eine Spielbank und ein Hut:

„Prinz Friedrich von Hessen-Homburg, dies sei voraus bemerkt, war vorallem nicht der , als der er uns in dem H. von Kleistschen Schauspiel entgegentritt.“ Mit diesen Worten leitet Theodor Fontane das Kapitel über den Prinzen in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ ein. Das kleistsche Schauspiel hat nämlich einen schwachen Schwärmer als „Prinz von Homburg “ im Gedächtnis der Nachwelt verankert – der echte war dagegen ein willensstarker Kavalleriegeneral. Prinz Friedrich von Homburg hatte großen Anteil an der „Geburtsstunde Preußens“ in der siegreichen Schweden-Schlacht bei Fehrbellin (18. Juni 1675). Er mag etwas eigenmächtig gehandelt haben, zog sich den – milden – Tadel des Großen Kurfürsten zu, aber kein Kriegsgericht.

„Meine Engelsdicke“ – herrlich barock lesen sich die Briefe aus dem Felde, die der Prinz von Homburg seiner Gemahlin schrieb. Diese Briefe – zwei sind bei Fontane nachzulesen – geben zugleich ein anschauliches Bild vom Kriegshandwerk jener Zeit aus Sicht eines Generals.

1679 wurde Friedrich Landgraf von Hessen-Homburg, das Schloß ist sein Werk. Um die Kosten einer gesteigerten Hofhaltung zu decken, suchte Friedrich II. sein Ländchen, nicht viel mehr als die Homburger Gegend, wirtschaftlich zu entwickeln. So ließ er im heutigen Kurpark Gradierwerke zur Salzgewinnung anlegen und siedelte französische Glaubensflüchtlinge zur Hebung von Handel und Gewerbe in der Umgebung an.

Die Salzquellen hatten schon die Römer genutzt, ihre Heilwirkung wurde aber erst hundert Jahre nach Friedrich erkannt. Richtigen Aufschwung als Modebad nahm Homburg dann, als 1841 die Spielbank eröffnet wurde – und die Badeärzte klagten, das Amüsement gehe in Homburg über die Gesundheit, was freilich den Ruf als Modebad eher stärkte… 1866 fiel den puritanischen Preußen das Erbe ihres einstigen Geburtshelfers zu – und sie verboten das Glücksspiel! Die Pächter wurden übrigens in einem Fürstentum unter mediterraner Sonne mit offenen Armen aufgenommen, weswegen sich die heutige Homburger Spielbank (seit 1949) gern „Mutter von Monte Carlo“ nennt – und die Ralley Monte Carlo alljährlich hier startet.

Die Preußen formten das „Spielbad“ in ein echtes „Heilbad“ um, in dem die Ärzte wieder den Ton angaben, und der Kaiser. Kern dieser neuen Zweckbestimmung war der Bau des Kaiser-Wilhelm-Bades 1887-1890. Bei Baubeginn herrschte noch der alte Wilhelm I., bei Fertigstellung schon sein Enkel Wilhelm II., der herrliche Kindheitssommer in Homburg verlebt hatte. Die Gunst des Kaiserhauses beförderte den neuen Aufschwung enorm, die gekrönten Häupter Europas gaben sich am Taunus die Ehre, Wilhelm griff aber auch in die Gestaltung der Gegend ein und ließ auf dem Paß über der Stadt die Saalburg wieder aufbauen.

Der „Homburger“ ist übrigens keine Pickelhaube, sondern ein weicher Filzhut mit leicht nach oben gebogener Krempe, den sich der Prince of Wales und spätere König Edward VII. während einer Sommerfrische nach eigenem Entwurf fertigen ließ – der rasch modebewußte Nachahmer fand.

01 – Der Kern des Gebirges

Von der Saalburg zum Quarzitbruch im Köpperner Tal

Die hell glitzernden Einsprengsel im Taunusgestein haben natürlich ihren Grund – der auf dieser Wanderung anschaulich wird: Der Kern des Gebirges ist nämlich voll weißen Quarzits. Unweit von Bad Homburg liegt er in einem großen Steinbruch zu Tage.

Eine Einkehrmöglichkeit unterwegs. Detaillierte Wegbeschreibung, Karte, Höhenprofil und Hintergrundinfos im Buch .

Fotos: Stefan Etzel


Zum Vergrößern auf Höhenprofil clicken.